Ich verrate Dir ein Geheimnis …

My Story

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… oder: Was Lilli Pilli mit einem Brett zu tun hat

Im ersten Teil meiner Geschichte hast Du ja schon gelesen, daß sich das Fernweh früh bei mir bemerkbar gemacht hat.

Ich komme aus den Bergen und wollte einfach raus

Da lag es nahe, es so einzufädeln, daß ich meine Ausbildung in der „großen“ Stadt machen konnte. Damals gab es für meine Berufswahl 2 mögliche Lehranstalten, eine wieder in den Bergen im Allgäu, ohje, und die andere in der Großstadt München.

Klar, fiel meine Wahl auf München, die Freiheit hinaus aus dem engen Umfeld der schönen Kurstadt Bad Reichenhall wo man meist nur ältere Leute geplagt von Zipperlein antreffen konnte. Als Jugendliche haben wir diese „Alten“, 😂 haha, und heute ist man selber alt, nur die „Stockbiesler“ genannt.

Brauchst Du ein bisschen bayrische Sprachschulung?

Ein „Stockbiesler“ bezeichnet die alten Männer, die im Bierzelt unter dem Biertisch geschickt ihren Spazierstock zwischen den Beinen platzieren um in der Not, weil sie ja vom vielen Bierkonsum schon etwas schwindelig sind, einfach unbemerkt die Hose aufmachen und heimlich am Stock entlang auf die Wiese unter dem Tisch pinkeln können.

München also!
Meine Eltern bestanden auf eine Unterbringung in einem von Klosterschwestern geführten Mädchenpensionat, damit das Mädel aus der Kleinstadt gut und sicher versorgt ist. Dieses „Eingesperrtsein“ passte mir natürlich überhaupt nicht und alle Verbote waren schnell umgangen.

Ja und da war ich nun auf der Privaten Lehranstalt für Pharmazeutisch-Technische-Assistenten und bereitete mich auf meine Karriere in der Pharmazie oder Apotheke vor.

Dort in der Schule lernten wir auch noch die alten Herstellungsverfahren von Zäpfchen, Pülverchen und Pillen. Pillen müssen wohlgeformt und gleichmäßig rund sein. Und dies erreicht man mit dem konstanten Rollen der Pillenmasse auf dem sogenannten „Pillenbrett“. Geh mal in ein mittelalterliches Apotheken Museum, dort kannst Du diese Bretter mit den gleichmäßigen Rillen bewundern. In meiner Ausbildungszeit haben wir also dieses alte Verfahren der handgedrehten Pillen noch gelernt.

Nach der theoretischen Ausbildung auf der Schule ging es anschließend zum Praktikum in eine Apotheke. Und wie das Leben so spielt, ich fand einen Praktikumsplatz nicht in einer modernen, fortschrittlichen Apotheke, nein, bei mir war es eine sehr althergebrachte Apotheke mit Tradition. Und viele ältere Kunden vertrauten halt nicht diesen neumodischen Tabletten, sondern wollten gerne ihre ganz speziellen Pillen kaufen. Pillen gegen alle Gebrechen, Kopfschmerzen, Verstopfung und Magengrimmen.

Und Lilli frisch von der Schule
konnte dies ja so besonders gut, das Pillendrehen. Und jedesmal wenn vorne in den Schubladen wieder die Vorräte der „Ach geben sie mir doch noch ein paar von diesen Pillen!“ zu Ende gingen, durfte ich für Nachschub sorgen.

So entstand ganz von alleine der Spitzname Lilli Pilli. Lilli Pilli, mach doch eben schnell noch ein paar Pillen. 

Lilli in der Alten Apotheke

Und dann kam Facebook

Als ich dann 2012 in meiner schwierigen Phase des Alleinseins Facebook für mich entdeckte, wollte ich nicht unbedingt mit meinem richtigen Nachnamen Mixich dort erscheinen. Also nannte ich mich Lilli Pilli, ein Name, den eigentlich keiner mehr kannte und benutzte.

Erst als ich den Namen drin hatte, merkte ich, daß es schon ganz viele Lilli Pilli’s gibt und so wurde ich lillipilli.94.

Aber ein sehr einprägsamer Name, ähnlich schön wie Lilli Mixich, wie ein Zuckerstück, das auf der Zunge zergeht.

Auf einem Roadtrip in Australien fuhr ich zufällig durch einen Ort namens Lilli Pilli und hatte so auch gleich das perfekte Lilli Pilli Profilbild.

Lilli Pilli Ortsschild in Australien

Ja, so entstehen Legenden und das Geheimnis ist gelüftet …

Begleite mich gerne weiter auf meiner Lebensreise, im nächsten Kapitel geht es mit dem Landrover tief in die Sandmeere und Gebirge der Sahara.

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