Die Reise beginnt – Afrika bis 70

28 Sep 2021Afrika bis 70, ontheroad

Endlich auf dem Rollfeld – 

Es ist 10 Uhr morgens, der Flughafen von Addis Abeba in Äthiopien liegt 2324m über dem Meeresspiegel. Die Luft ist noch kühl und frisch, aber schon afrikanisch. 

Ich komme aus Frankfurt und habe hier einen Zwischenaufenthalt. Die Ethiopian Air ist ihrem zweifelhaften Ruf entwachsen und mittlerweile eine angesehene und gut gehende Fluggesellschaft, sogar Mitglied der Star Alliance. Der Bole International Airport in Addis ist eine Drehscheibe für viele afrikanische Destinationen.

Da bin ich also, mit wehenden Schritten auf dem Weg in ein neues afrikanisches Reise Abenteuer.

Die nächsten 65 Monate will ich weiterhin MEIN AFRIKA entdecken, vertiefen und genießen.

Und wie kommt es zu den genau 65 Monaten. Ganz einfach, im Februar 2027 werde ich 70 Jahre alt und ab dann ist es nicht mehr so einfach eine Langzeit-Krankenversicherung zu bekommen. Sie können dann immer nur für einen Zeitraum von maximal 12 Monaten abgeschlossen werden und sind um ein fünffaches teurer als meine jetzige Krankenversicherung, die mich für 49€ im Monat für medizinische Notfälle absichert.

Grund genug für mich bis dahin mein Reiseleben in Afrika zu planen. Ohne Einkommen und mit limitiertem Budget halte ich es immer noch mit dem Motto.

Beginne wo du stehst – Afrika ist nach wie vor mein Herzenskontinent und ich kann immer noch nicht genug vom Reisen in Afrika bekommen.

Nutze was du hast – Mein nun schon über 30 Jahre alter Toyota Landcruiser wartet auf mich in Tansania und will gefahren werden.

Tu was du kannst – meine bisherigen Reiseerfahrungen sind eine solide Basis und wenn gut gewartet, sollte mich auch mein Toyo die weiteren Jahre als mein treuer Reisekamerad durch Afrika tragen.

Mit Gepäck an der Bushaltestelle in Frankfurt
Im Bus zum Flughafen
Warten auf den Check-In am Frankfurter Flughafen

Über 60 kg Gepäck am Start in ein neues Abenteuer

Ja, so starte ich mit wahnsinnig viel Gepäck in Frankfurt am Flughafen. Meine Angst, ich müsste etwas auspacken und entsorgen erweist sich als unbegründet. Bei Ethiopian Airlines sind 2 x 23 kg im Flugpreis enthalten, zusätzlich gibt es 5 kg extra wenn man die Ethiopian App und den Online Checkin nutzt und nochmal unverhoffte 5 kg extra wenn man sich für Sheba Miles einträgt und damit den „Blue“ Status erhält. Na, bis zum Goldstatus habe ich es noch weit. So schnell möchte ich nicht mehr fliegen.

Auch werden meine 3 Handgepäckstücke, die es zusammen sicherlich auf nochmal 15 kg bringen weder angeschaut, noch gewogen, noch beanstandet.

Uff, auch diese Sorge los!

Genauso wenig wie mein vieles Gepäck Aufmerksamkeit auf sich zieht, so erregt auch mein „nur“ One-Way-Ticket und mein nicht vorhandenes Tansania Visum zur Einreise kein Wimpernzucken. Wichtig am Checkin-Schalter war nur mein negativer PCR-Test und mein bereits vorausgefülltes und ausgedrucktes Gesundheitszertifikat von Tansania, welches es hier zum Beantragen gibt.

Glück gehabt kann ich nur sagen!

Aus den Beiträgen vieler anderer Reisender in den diversen Facebook Gruppen höre ich immer wieder ganz andere Sachen.

Allerdings muß ich auf dem Weg zum Abflugsgate einen sehr ausführlichen Security Check durchlaufen und jedes, aber auch wirklich jedes elektronische Gerät einzeln in die Kisten, die durch den Röntgenapparat gescannt werden legen. Nicht nur Laptop raus, nein, jede einzelne externe Festplatte, Kamera, mobilen Router, alle Mobiltelefone etc. 

Und weißt Du was das heißt?

Den Rucksack, in dem ich vorher jede erdenkliche kleine Lücke vollgestopft hatte, nun komplett entleeren und nach dem Check wieder vollständig einräumen. In der Eifer des Gefechtes passt da natürlich nix mehr wie es vorher war. Und das unter den Augen von drei gelangweilt dastehenden Bundespolizisten.

Aber was soll’s, ich laß mir Zeit. Schließlich halte ich niemanden mehr auf, wie vor dem Scanner. Und Zeit bis zum Abflug habe ich noch genügend.

So beginnt also meine erste Etappe von Frankfurt nach Äthiopien.

Pünktlich um kurz vor 6 Uhr morgens erreicht der Flieger den Flughafen von Addis Abeba. Die Transitwege sind sehr gut ausgeschildert. Es gibt nochmal einen Security Check, dieser aber bei weitem harmloser als in Frankfurt.

Der Transitbereich ist ziemlich voll, an allen Gates sind fast alle Sitzplätze belegt und auch die begehrten Liegen sind alle schon besetzt. Mindestabstände einzuhalten ist schwierig, ich erreiche es, indem ich mich an den Rand einer Sitzreihe setze und meinen Rucksack auf den Sitz neben mich stelle. Keiner stört sich daran.

Die 4 Stunden Wartezeit sind schnell vorüber, zumal es einiges Ungewöhnliches zu beobachten gilt.

Neben meinem Gate füllen sich die Sitze mit von Kopf bis Fuß weiß gekleideten Gestalten, zum Teil auch in voller Montur mit weißen Überzügen für die Schuhe, Kapuzen, Gesichtsvisieren und Handschuhen. Das alles zusätzlich zu den vorgeschriebenen Masken. Ich kann nur erkennen, daß es sich um Asiaten handeln muß, leider habe ich nicht genug Erfahrung um zu sehen welcher Nationalität diese Gestalten angehören.

Ganzkörperanzüge am Flughafen Addis Abeba
Ganzkörperanzüge am Flughafen Addis Abeba
Ganzkörperanzüge am Flughafen Addis Abeba

Nur eines wird mir klar, hier wird ein zwar hochansteckendes Virus, welches aber noch lange keine so letale Wirkung hat, wie zB Ebola oder Marburg, hochstilisiert zu einer höchstgefährlichen Bedrohung der man nur mit einem Körpervollschutz begegnen kann. Es hätten nur noch die Atemschutzmasken mit eigener Luftfilterung gefehlt.

Ich habe mir erlaubt einige Bilder zu machen, einfach weil ich es so interessant fand und mir nicht vorstellen mag, ob wir beim nächsten auftretenden Virus ähnlich gekleidet eine Reise erdulden müssen.

Ein bisschen Verwirrung gab es noch …

… als auf dem anderen Nebengate nun eine Maschine nach Dar Es Salaam ausgerufen wird, aber kaum ist dieses Gate geleert kommt auch schon der Aufruf nach Sansibar und dem Kilimanjaro Airport. Scheinbar lohnen sich für die 3 Ziele in Tansania 2 verschiedene Flugzeuge.

Eine kleinere Maschine bringt mich am dem durch Wolken unsichtbaren Kilimanjaro vorbei also wohlbehalten zum gleichnamigen Flughafen im Norden Tansanias. Hier noch ein Bild aus früheren Zeiten, mit Condor kam ich in den ganz frühen Morgenstunden an und konnte das Wahrzeichen von Tansania in der aufgehenden Sonne bewundern.

Anflug auf den Kilimanjaro Airport in Tansania beim Sonnenaufgang
Wieder hatte ich Glück …

… denn ich saß in der Maschine auf einem der vordersten Plätze, so war ich auch als eine der Ersten draussen in der weichen und jetzt in den Mittagsstunden hitzeflirrenden Luft nahe des Äquators.

Gesundheit-Check bei der Ankunft auf dem Kilimanjaro Airport in Tansania

Wie immer auf dem Kilimanjaro Airport ging es zu Fuß über das überschaubare Rollfeld hin zum Flughafengebäude und der Ankunftshalle. Bevor man diese aber betreten durfte wurde man  einer Gesundheits-Kontrolle unterworfen, heißt digitale Temperaturmessung, vorausgefülltes und gedrucktes Gesundheitszertifikat, sowie den negativen PCR-Test in Papierform vorlegen. Hatte man das nicht in ausgedruckter Form dabei, wurde es kompliziert.

Beobachtete eine Dame, die die Zertifikate nur auf Ihrem Smartphone hatte. Da dies nicht akzeptiert wurde, mußte sie noch draussen telefonieren, um sich die erforderlichen Dokumente an die WhatsApp Nummer eines dortigen Beamten zum Ausdrucken senden lassen sollte. Eigentlich unnötig, denn die Papiere wurden nicht einbehalten sondern nur in einen Computer eingetragen. Warum man das nicht vom Smartphone ablesen kann, erschliesst sich mir nicht.

Wie dem aus sei, jetzt noch die 50 US$ für das dreimonatige Visum dabei haben, die man direkt an einem Bankschalter einzahlen sollte. Auch hier bei einigen Komplikationen, es wurde keine Kreditkarten oder andere Währungen akzeptiert, hatte man keine 50$ dabei, musste man bei Hinterlegung des Reisepasses erstmal tiefer in das Gebäude hinein und an einem Geldautomaten (ATM) die entsprechende Menge tansanischer Shilling ziehen, um diese dann einzahlen zu können.

Nach dem Einzahlen ging aber alles ganz schnell, Immigration, Reisepasskontrolle, nett in die Kamera schauen und fertig war ich. Fingerabdrücke wurden mir keine abgenommen, vielleicht weil ich auf die Frage ob ich schon mal in Tansania war, wahrheitsgemäß mit „Ja, schon öfters“ geantwortet hatte. So prangt nun der tansanische Stempel als erster in meinem brandneuen Reisepass.

1. Stempel im brandneuen Reisepass

Jetzt aber das Gepäck vom Band und ab durch den Zoll

Die Reisetaschen und das Handgepäck gehen nun alle wieder durch einen Scanner.

Danach kamen die Fragen, was ich denn alles dabei hätte.

Ich frage, welche Tasche ich denn aufmachen soll, der Zollbeamte kann sich erst nicht entscheiden. Ich helfe ihm und sage es wäre kein Problem ich hätte eine Inhaltsliste dabei für beide Reisetaschen. Ob er die sehen könnte? Selbstverständlich ist meine Antwort, ich zeige ihm meine Liste auf meinem Smartphone. Aber die ist in deutsch, das könne er nicht lesen !!!

Klar, sage ich, mache die Liste ja auch nur für mich selbst, falls eine Tasche verlorengehen würde, wie es mir schon einmal passiert ist, wüsste ich so den Inhalt der Tasche. Ah ok, sehr vorausschauend, meint er und lässt mich übersetzt ins Englische vorlesen. Bei ungefähr der 5. Position angekommen bemerkt er, das wären ja alles persönliche Sachen und ohne die immer noch geschlossenen Taschen auch nur einem weiteren Blick zu widmen, entlässt er mich durch das große gläserne Tor in mein neues afrikanisches Abenteuer.

Kilimanjaro International Airport - Tansania

Und wie es weitergeht …

… erfährst Du im nächsten Beitrag zu meinen aktuellen Geschichten der Reise „Afrika bis 70“…

Hier erzähle ich dann wie ich meinen Toyota nach anderthalb Jahren Standzeit vorgefunden habe und wie es mir in der ersten Zeit erging.

Ich freue mich, wenn Du mich virtuell auf meiner Reise begleitest und meine Beiträge Inspiration für Dich sind, vielleicht auch einmal so eine Reise anzutreten. Denn, nutze jede Stunde das zu tun was Du liebst.

Schau doch mal was Du sonst noch von mir finden kannst …

... und meinen aktuellen Standort sowie meine gefahrene Route siehst Du mit vielen Fotos und Kommentaren auf Polarsteps.

PS: Wenn Dir mein Beitrag gefallen hat, dann hinterlasse mir doch einen netten Kommentar.
Du weißt ja, viele Kommentare sind das Trinkgeld für die Authorin, ich freu mich genauso wie Google.
😇🙏🏻🧡

2 Kommentare

  1. Ute Fries

    Liebe Lilli, ich freue mich sehr dass du wieder unterwegs bist und ich zumindest virtuell mitreisen darf. Unseren Unimog haben wir kurz vor corona aus Namibia zurück verschifft. Mal sehen, wann er doch wieder aufs Schiff geht ;-). Lass uns mit neuen Berichten nicht allzu lange warten! Ich wünsche dir eine tolle Zeit!
    Liebe Grüße von Ute (Freundin von Heike)

    Antworten
    • Lilli Mixich

      Hallo liebe Ute
      Freut mich sehr, wenn Du mich auf diese Weise begleitest. Ja, C hat einiges verändert und die neue Lage schafft wiederum viele Unsicherheiten. Aber das Schöne am Reisen in Afrika ist, dass es immer irgendwie einen Weg gibt. Flexibilität ist die Antwort. In diesem Sinne könntet Ihr Euren Unimog schon wieder afrikanische Luft schnuppern lassen. Es gibt soviel zu entdecken, egal in welchem Land.
      Schreib mir grade noch von welcher Heike du sprichst, kenne mehrere 😇
      Liebe Grüße vom Indischen Ozean 🌊

      Antworten

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